Sieh den Tatsachen ins Auge: Es ist Faschingszeit! Wir vom Kultur- und Freizeitverein sind dabei natürlich absolute Profis. Um dem ungeübten Karnevalisten den Einstieg in das bunte Treiben zu erleichtern, erlauben wir uns, einige Richtlinien bekannt zu geben. Lies bitte den Leitfaden sorgfältig und vollständig durch! Beachte sämtliche Hinweise, die hier aufgeführt sind. Wüstensturm Helau!!
1. Allgemeine Grundlagen & Verhaltensregeln
Der Sinn ist Unsinn. Jeder hat das Recht so lächerlich zu sein, wie ihn andere sonst machen. Nimm dir mindestens eine närrische Tat vor. Erlaubt ist alles, was zum Gelingen des Karnevals beiträgt!
Wer sich nicht amüsiert oder mitmacht, ist selber Schuld. Jeder sollte sich so benehmen, dass die anderen Gäste noch mindestens eine Woche Gesprächsstoff haben. Übelnehmen ist verboten, Übelwerden nur in absoluten Notfällen erlaubt...
Miesepeter erhalten bis Aschermittwoch Hausarrest oder können an der Garderobe abgegeben werden.
Wer glaubt, dass er mit Sätzen wie „Das ist doch albern!“ oder „Fasching ist sooo doof!“ Beliebtheit erlangt und einen tollen Witz landet, der irrt. Aussagen diesen oder ähnlichen Inhalts einfach beim nächsten Strickclub anbringen!
Wer das wahnsinnig lustige Programm oder die vorzüglichen Getränken nicht zu schätzen weiß, wer mufflige Fratzen schneidet oder trotzig dreinschaut, wer Streitigkeiten ausdiskutieren möchte usw. wird des Saales verwiesen. (Den beklagenswerten Närrinnen und Narren wird während der Abwesenheit ihrer Partner als Zwischenlösung eine Vertretung ihrer Wahl zugewiesen.)
3. Verkleidung
Es ist Karneval! Jeder sollte seinen fantastischen Körper ausreichend mit Kostümen, Hüten und anderem närrischen Nippes behängen.
Kostüm verpflichtet! Sei, was du scheinst!
Obacht! Zwar können Verkleidungen die Annäherung ans andere Geschlecht enorm erleichtern, trotzdem sollte man sich versichern, wer ungefähr darunter steckt, um böse Überraschungen zu vermeiden. Es sei denn, man ist auch im wahren Leben ein Freund des Glücksspiels...
4. Die Ankunft im Festsaal
Wenn es regnet, findet der Fasching bei schlechtem Wetter statt.
Die Teilnahme ist auf alle Anwesenden begrenzt, darum wird empfohlen super-pünktlich, bekleidet, gewaschen, gebügelt und gekämmt (Glatzköpfe poliert) zu erscheinen.
Der Eintritt ist nur durch die Tür erlaubt, wenn möglich mit dem Gesicht nach vorn.
Es ist nicht erwünscht Haustiere mitzubringen, allerdings dürfen Kater mit nach Hause genommen werden.
Der Freude über den Beginn der Veranstaltung darf ruhig Ausdruck verliehen werden: Durch Hopsen, Springen, Grölen usw. Gefühlter Übermut und Ausgelassenheit muss allen Anwesenden mitgeteilt werden.
Es gilt das Motto: Kommen ist Ehrensache, Spaß ist Hauptsache und Nachhausegehen Nebensache!
5. Benehmen an der Bar & Verzehr von Alkohol
Wir weisen darauf hin: Es sind ausreichend Getränke vorrätig. Niemand muss in der ersten halben Stunde so viel trinken, dass er für den Rest des Abends genug hat.
Am Boden liegende Personen werden nicht bedient.
Die Damen werden gebeten, ihre (.)(.) nicht auf dem Tresen abzustützen.
Mitgebrachte Getränke dürfen nur mit den Barkeepern gemeinsam genossen werden.
Kredit gewähren wir nur Personen, die mindestens 70 Jahre alt und mit ihren Eltern erschienen sind.
Alkohol ist der Feind! Vollständige Vernichtung lautet die Maxime! Trinker mit Erfahrung werden gebeten, sich um die Anfänger zu kümmern.
Es gilt die StVO: von rechts Kriechende haben Vorfahrt!
Bleib konsequent: Wer ständig trinkt, führt auch ein geregeltes Leben.
Vorgefertigte Meinungen nicht vorbehaltlos glauben! Laut Gesetzgeber ist man ab 0,5 Promille besoffen, aber um diesen Zustand wirklich zu erreichen, sollte mindestens eine 3 vor dem Komma stehen! Trotzdem immer bedenken: Runter schmeckt es besser als rauf...
6. Die fachgerechte Entsorgung von verzehrten Getränken
Es wird empfohlen, die genossenen Getränke möglichst lange für sich zu behalten. Einmal das Stille Örtchen aufgesucht, nimmt der Harndrang in immer kürzeren Abständen dramatisch zu. Das kann störende Auswirkungen auf die Feierlaune haben.
Achtung! Zähfließender Verkehr auf den Damentoiletten ist möglich.
Wildpinkeln ist nicht erlaubt! Die Herren der Schöpfung sind dringend aufgefordert, die dafür vorgesehenen Plätze an der Hecke aufzusuchen, auf das diese schöner, größer und grüner wird!
7. Angebrachtes Verhalten während des Faschingsprogramms
Einem Jeden sei erlaubt zu lachen, so viel und so laut er will.
Wir weisen darauf hin, dass für die Behandlung von während des Faschingsprogramms zugezogenen Lachmuskel-Schmerz-Krämpfen die meisten Krankenkassen nicht die Kosten tragen. Bei ganz akuten Fällen empfehlen wir als Sofortmaßnahme einen Löffel Rizinusöl – den meisten vergeht das Lachen dann sofort...
Das Schmeißen von Sektkorken, Gläsern, Stühlen usw. ist strengstens untersagt! Lediglich Konfetti und Liebesblicke dürfen geworfen werden.
8. Karnevalsschlager – Textsicherheit und korrekte Intonation
Jeder ist zum Mitsingen verpflichtet, insbesondere die, die zu Hause keine Stimme haben! Wer die Karnevalsschlager und -schlachtrufe nicht aus vollem Hals mitgrölt, wird bestraft! Lautstärke ersetzt dabei Textsicherheit.
Wer kann, darf mehrstimmig singen.
Personen, die sich im Stimmbruch befinden, dürfen einen eigenen Chor bilden.
Tanzen und daran angelehnte Aerobic-Übungen sind Pflicht! Unter Karnevalisten gilt es als sehr verdächtig, wenn man der Tanzfläche länger als eine halbe Stunde fernbleibt.
Ansagen wie „Damenwahl“ sind unnötig. Jeder wähle seine Tanzpartner, wie er will. Schick dich mit Würde darein!
Wer nicht tanzen kann, ist verpflichtet, gestürzten Paaren wieder auf die Beine zu helfen.
Der Aufenthalt auf fremden Füßen ist nur kurzfristig erlaubt. Wer seiner Partnerin auf die Füße latscht, muss diese zur Entschädigung an die Bar tragen!
Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, wird empfohlen, immer einen frischen Kaugummi bereitzuhalten. Außerdem ist es ratsam, einen Kamm mitzubringen, um nach den Eventualitäten die in Unordnung geratene Haarpracht wieder zu richten. Außerdem hilfreich: eine Kopfschmerztablette, die Nummer des nächsten Taxiunternehmens und einen Notizzettel mit der eigenen Anschrift... (Es besteht auch die Möglichkeit, sich seine Adresse am Einlass mit Edding auf den Unterarm notieren zu lassen.)
Anständige Leute gehen im Hellen nach Hause! Deshalb endet die Feier erst im Morgengrauen...
Der erste, der nach Hause geht, wird gebeten, auf den letzten zu warten.
Wer weder wackelt, stolpert, lallt oder einen Schluckauf hat, wenn er den Saal verlässt, ist als Spielverderber gebrandmarkt und muss ein Drittel der Festkosten tragen.
Vertauschte Partner sind vor Ende der Festivität zurückzugeben. Sollte am Schluss unbeabsichtigt eine Verwechslung stattfinden, wird darum gebeten, den falschen Partner spätestens nach dem Aufwachen zurückzuerstatten!
Jeder Bürger verpflichtet sich, verwirrten und hilfsbedürftigen Heimkehrern freundlich und geduldig auf die Sprünge zu helfen.
Wer zu Fuß heimkehrt, ist befugt, die Strecke in ihrer gesamten Länge am nächsten Tag als Jogging-Route anzurechnen (bei extremen Torkeln gilt: Zurückgelegter Weg in km mal 2).
Die nachfolgenden Fragen sind nach dem Erwachen unbedingt sofort zu klären:
1. Ist das ein Schlafzimmer?
2. Kenne ich dieses Schlafzimmer?
3. Liegt jemand neben mir?
4. Wenn ja: Kenn ich diesen Jemand?
5. Möchte ich weiter neben ihm liegen?
Sollten diese Fragen zufriedenstellend beantwortet sein bzw. die Missstände behoben
sein – Entspannen!!
Wir empfehlen zu testen, ob man noch hören kann. Das Ausstoßen von Tönen vermittelt
gleichzeitig Erkenntnisse, in welchem Zustand sich die Stimmbänder befinden.
Je nach Ausmaß des Katers und Reaktion des Magens ist das Frühstück zu wählen, z.B.
ein Hauch von Nichts, Kaffee, Rollmops, Konter-Bier...
Nach dem Fasching ist vor dem Fasching! Also unverzüglich und mit allen zur Verfügung
stehenden Mitteln um die Wiederauferstehung kümmern! Genesung hat Priorität!!